autor: casigordo 06.02.04
Ometepe Teil III
Nun gut, ich sah dann
irgendwann ein, dass ich mich auch da wuerde durchbeissen muessen, und ich
tat es. Der Weg fuehrte mich, steil aufsteigend, immer tiefer in den Berg
hinein. Wo anfangs, wenn man sich nur umdrehte, noch der grosse stille Lago
de Nicaragua zu sehen war, so sah man spaeter nur noch Wald. Nach etwa einer
Stunde, ich war schon tief im Urwald drin, hoerte ich dann leise das Plaetschern
von Wasser. Es war zunaechst nur ein kleiner Rinnsahl, den Berg hinabfliessend,
immer am Weg entlang. Ich folgte immer weiter und kam dann letztendlich,
vorbei an beeindruckenden Felsformationen, wie sie in "Herr der Ringe"
nicht besser haetten dargestellt werden koennen, am Wasserfall an. Ein wunderschoener
Ausblick offenbarte sich mir. Der Wasserfall, wie er aus ca. 50 Meter Hoehe
hinabfiel, nicht heftig und druckvoll, sondern leicht die mit Moos bewachsene,
gigantische Felswand hinabrieselte. Oben, am Rande der Felswand, brach sich
das Licht der Sonne in der cascada und unten war es schattig und kuehl.
Ich dachte an den Ausblick, den ich hatte, als Denis Baris damals in Nuernberg
beim Glubb das 2:1 markierte, das dann letztendlich der Aufstieg in die
Bundesliega war, und wie mit einem Male das ganze Frankenstadion aufsprang
und "St.Pauli, St.Pauli" schrie. Das war auch schoen.
Warum muss ich eigentlich bei einem Wasserfall im Urwald auf einer Insel
im See mitten in Nicaragua an eine Fussballszene denken?
Eine halbe Stunde hielt ich mich an der cascada auf, duschte unter dem fallenden
Wasser, knipste Fotos und sass einfach nur da. Dies war zweifellos der Hoehepunkt
dieses Ausflugs. Dann ging es weiter, der Rueckweg wartete. Bergab geht
es halt doch immer schneller, und so kam ich relativ zuegig wieder in die
unteren Regionen. An einer Stelle, kurz bevor der grosse Park des Centro
Biologico begann, standen sechs Nicas am Wegesrand und scherzten sehr angeregt
miteinander. Urspruenglich sollten sie wohl irgendwelche Strassenarbeiten
ausfuehren, jedenfalls lagen Schaufeln und Spitzhacken verstreut auf dem
Boden. Der Weg selber war an einigen Stellen in etwas anderes verwandelt
worden, ueberall waren willenlos und, wie mir schien, planlos Loecher in
den Weg gehauen worden und ich fragte mich, was das wohl mal wird und vor
allem, wann.
Endlich im Cetro Biologico angekommen gab es dann erstmal das wohlverdiente
Mittagessen.
Un pollo de la plancha con ensalada Y tres coca, pero para tomar, depues,
fui casi fin Y me prepare para salir con me bicicleta. Yo me senti bien,
solamente me culo dolio pocito.
Das alte Spiel begann erneut, ich schleppte mich mit dem Fahrrad mal
schiebend, mal rollend wieder zurueck. Zwei kleine Unterschiede, die Sonne
brannte wieder volle Pulle und ich hatte kein Wasser mehr. Egal, gibt ja
ueberall Tiendas hier. Ich kam wieder zu einer Stelle, die ich vom Hinweg
gar nicht mehr auf der Uhr hatte, einem asphaltiertem Abschnitt, der etwa
300 Meter steil bergab ging. Jetzt musste ich diesen wieder hoch und ich
schob, schwer atmend und bisweilen fluchend, diesen aetzeeeeend langen Abschnitt
mich und das Rad den Huegel hinauf. Oben angekommen, schwer atmend, grinste
mich ein Nica, an seinem Auto lehnend, an, und sagte: "Buenas, a donde
vas ?" "Moyogalpa !" "Vamos con me auto ?" ich
wieder: "Quanto vale ?" "250 Pesos" "No, gracias,
voy con bicicleta, adios" Diese Pruefung hatte ich also auch bestanden.
Weiter ging es, auf die gewohnte Weise.
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